Neue Verbraucherkreditrichtlinie: Warum Banken trotz digitaler Kreditprozesse mehrere Versandwege bedienen müssen
Die Kreditvergabe wird immer digitaler. Kreditanträge werden online gestellt, Entscheidungen automatisiert getroffen und Verträge elektronisch abgeschlossen. Gleichzeitig verschärft die Europäische Union die regulatorischen Anforderungen im Verbraucherkreditgeschäft.
Mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/2225) wird der Anwendungsbereich des Verbraucherkreditrechts deutlich erweitert. Die Mitgliedstaaten mussten die Richtlinie bis zum 20. November 2025 in nationales Recht umsetzen. Die neuen Vorgaben sind ab dem 20. November 2026 anzuwenden.
Für Banken bedeutet das: Mehr Kreditprodukte fallen unter die Regulierung – und damit steigen die Anforderungen an Dokumentation und Kundenkommunikation.
Eine zentrale Folge: Kunden bestimmen den Kommunikationskanal
Für das Output-Management besonders relevant ist eine praktische Konsequenz der Regulierung: Kunden müssen Informationen rechtssicher erhalten – gleichzeitig haben sie unterschiedliche Präferenzen, auf welchem Weg diese bereitgestellt werden.
Dokumente müssen auf einem sogenannten „dauerhaften Datenträger“ zur Verfügung gestellt werden. Das kann digital erfolgen, etwa über ein Online-Postfach, eine App oder klassisch per Post. In der Praxis bedeutet das: Banken können sich nicht auf einen einzigen Kanal festlegen.
Ein Teil der Kunden erwartet vollständig digitale Kommunikation. Andere bevorzugen weiterhin Papier. Zusätzlich kann ein elektronischer Versand technisch scheitern oder im Einzelfall nicht ausreichen.
Die Folge: Banken müssen mehrere Versandwege parallel unterstützen und je nach Situation automatisiert zwischen ihnen wechseln können.
Auch kleinere Kredite fallen künftig unter die Regulierung
Diese Herausforderung wird durch die neue Richtlinie noch verstärkt. Eine wichtige Neuerung ist der deutlich erweiterte Anwendungsbereich. Während bisher vor allem klassische Verbraucherdarlehen erfasst waren, gilt die Richtlinie künftig auch für weitere Finanzierungsformen, beispielsweise Kleinkredite unter 200 Euro oder bestimmte kurzfristige Finanzierungen, wie sie etwa bei „Buy now, pay later“-Modellen im Onlinehandel vorkommen.
Damit reagiert der Gesetzgeber auf neue digitale Finanzierungsangebote, die bisher teilweise außerhalb des Verbraucherkreditrechts lagen. Für Banken und andere Kreditgeber bedeutet das vor allem eines: Mehr Prozesse müssen regulatorisch sauber dokumentiert werden.
Mehr Regulierung bedeutet mehr Dokumente und mehr Komplexität
Mit der Ausweitung der Richtlinie steigen die Informations- und Dokumentationspflichten deutlich. Kunden müssen vor und während eines Kreditvertrags umfangreiche Informationen erhalten wie vorvertragliche Informationen, Vertragsunterlagen oder Widerrufsbelehrungen.
Dabei geht es nicht nur um eine größere Anzahl von Dokumenten, sondern auch um erweiterte inhaltliche Anforderungen und standardisierte Informationsformate.
Gerade mit der Ausweitung des Verbraucherkreditrechts steigt damit auch die Zahl der Prozesse, in denen diese Multikanal-Logik zuverlässig funktionieren muss.
Dokumentenprozesse mit POSY zentral steuern
Hier kommt modernes Output-Management ins Spiel. Dokumentenprozesse lassen sich vom Entstehen eines Dokuments bis zur Zustellung beim Kunden zentral steuern.
Ein zentraler Baustein dafür ist der POSY-DocumentWorkflow. Dieses Modul ermöglicht es, Dokumentenprozesse automatisiert zu steuern und verschiedene Verarbeitungsschritte flexibel miteinander zu verknüpfen. Workflows können grafisch modelliert werden und automatisieren typische Abläufe im Output-Management.
Dokumente können aus unterschiedlichen Fachsystemen in den Workflow eingebracht und anschließend automatisiert über den jeweils passenden Kanal versendet werden. Gleichzeitig lassen sich Fehlerfälle oder alternative Zustellwege direkt im Workflow berücksichtigen.
Automatisierung für komplexe Multikanalprozesse
Gerade im Bankenumfeld entstehen viele komplexe Szenarien: Ein Dokument soll zunächst digital zugestellt werden, bei fehlgeschlagenem Versand aber automatisch in den postalischen Versand übergehen. Oder verschiedene Dokumenttypen müssen je nach Kundeneinstellung über unterschiedliche Kanäle ausgeliefert werden.
Der POSY-DocumentWorkflow ermöglicht genau diese Art der Prozesssteuerung. Über eine grafische Oberfläche lassen sich Verarbeitungsschritte per Drag-and-Drop modellieren und automatisieren. Gleichzeitig können externe Systeme eingebunden, Prozesse überwacht und Fehlerfälle automatisiert behandelt werden.
Fazit
Die neue Verbraucherkreditrichtlinie erweitert den Anwendungsbereich des Verbraucherkreditrechts deutlich. Ab November 2026 fallen auch kleinere und kurzfristige Kredite unter die Regulierung.
Für Banken bedeutet das strengere Informations- und Dokumentationspflichten sowie eine höhere Komplexität in der Kundenkommunikation. Vor allem aber zeigt sich: Auch in einer digitalen Kreditwelt müssen mehrere Versandwege parallel unterstützt werden.
Mit Lösungen wie dem POSY-DocumentWorkflow lassen sich diese Multikanal-Dokumentenprozesse zentral steuern und automatisieren und Banken können sicherstellen, dass jedes Dokument zuverlässig beim Kunden ankommt.