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Digitale Nachweise für die EUDI-Wallet aus dem Output-Management

Mit der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) entsteht europaweit eine Infrastruktur für digitale Identitäten und vertrauenswürdige elektronische Nachweise. Bürgerinnen und Bürger können damit künftig digitale Nachweise sicher empfangen, verwalten und bei Bedarf gegenüber Unternehmen, Behörden oder anderen Organisationen vorlegen.

Für Unternehmen eröffnet die EUDI-Wallet die Möglichkeit, Informationen nicht nur als Dokumente oder Nachrichten bereitzustellen, sondern auch als maschinenlesbare und vertrauenswürdig prüfbare Nachweise. Damit entsteht ein neuer Kommunikationskanal für digitale Nachweise, der bestehende Kanäle wie Brief, E-Mail oder Kundenportal sinnvoll ergänzt.

Gerade in der Versicherungswirtschaft werden jedes Jahr Millionen von Nachweisen, Bescheinigungen und Bestätigungen erstellt, versendet und geprüft. Viele dieser Prozesse verursachen vermeidbare Wartezeiten, manuelle Bearbeitungsschritte sowie Druck- und Portokosten. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer praktischen Nutzung: Welche Nachweise sollen ausgestellt werden? Wie lassen sie sich in bestehende Geschäftsprozesse integrieren? Und wie kann ihr Lebenszyklus effizient verwaltet werden?

Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir deshalb konkrete Anwendungsfälle identifiziert und Lösungen entwickelt, mit denen sich die EUDI-Wallet pragmatisch in bestehende Unternehmensprozesse integrieren lässt.

Anwendungsfälle

Neue Technologien und Infrastruktur brauchen eine Akzeptanz, um in der Praxis Wirkung zu entfalten – ein Nutzen auf dem Papier genügt nicht! Deshalb haben wir uns mit unseren Kunden auf den Weg gemacht, echte Use-Cases mit praktischer Relevanz zu identifizieren: Speziell für die Ausstellung von Nachweisen (Issuing) in der Versicherungswirtschaft. Hierbei haben wir unter anderem die folgenden Anwendungsbeispiele betrachtet:

  • Für einen Skiurlaub benötigt ein Kunde ad-hoc einen digitalen Nachweis von seiner Privathaftpflichtversicherung
  • Nachweis einer gültigen KFZ-Versicherung mit digitalem Nachweis bei An- und Ummeldung
  • Austausch von sicher überprüfbaren Kontaktdaten nach Unfällen oder in Schadensfällen (Versicherungsnachweis)

Es gibt viele weitere Use-Cases wie diese. Doch nur die Versicherungsunternehmen, die das Thema EUDI-Wallet ernst nehmen und aktiv vorantreiben, entdecken auch das Potenzial in ihren eigenen Prozessen. Dass die EUDI-Wallet weit mehr als eine Zukunftsvision ist, zeigt das breite Engagement von Unternehmen und Organisationen im Bitkom Memorandum of Understanding (MoU), zu dessen Unterzeichnern auch SET zählt. (Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogartikel zum MoU).

Und: Eine Excel-Tabelle von Use-Cases aus jeder Abteilung hilft zwar das Potential zu schätzen, aber noch lange nicht es zu heben. Denn nach einer positiven Nutzenbewertung folgt der schwierige Teil: Die Lösung für eine Integration der EUDI-Wallet in die eigenen Prozesse auch auf die Straße zu bringen. Hier unterstützen wir als SET mit einfach integrierbaren, leistungsfähigen Lösungen.

Unsere Lösung: Nachweise und Urkunden für die EUDI-Wallet im zentralen Output-Management ausstellen

Mit dem EUDI-Issuer der POSY-OutputFactory sind Unternehmen in der Lage, eigene Nachweise für die EUDI-Wallet geschäftsvorfallbezogen und sicher bereitzustellen. Konsequenterweise geschieht das Ausstellen von Nachweisen im Rahmen des Multichannel-Output-Managements, denn: Der Nachweis ist nun digital statt papierbehaftet, aber die unternehmensinternen Orchestrierungsprozesse, Nachweispflichten und Archivierungsanforderungen bleiben nach wie vor bestehen. Diese Probleme sind im modernen Output-Management bereits adressiert und Synergien können genutzt werden.

Ausstellen von eigenen Nachweisen nach definierten Schemata (Issuing)

Mit dem EUDI-Issuer erstellen Sie Nachweise für ihre digitalen Kundenprozesse. Das Ausstellen eines Nachweises erfolgt immer auf Initiation der Kundinnen und Kunden, sodass zunächst ein Angebot (Offer) gestellt werden muss: Zum Beispiel als Aktion im Kundenportal, als Link in einer E-Mail oder als QR-Code auf einem physischen Brief. Hier unterstützt der POSY-DocumentWorkflow.

Wählt ein Kunde den digitalen Nachweis, so wird dieser konform mit den offiziell definierten Strukturen im Schema-Repository erstellt. Die dafür notwendigen Stammdaten bzw. Kundendaten können auf zwei Arten beschafft werden:

  • In Szenario 1 kontaktiert der EUDI-Issuer ad-hoc bei einer Anfrage die beteiligten Fachsysteme und Partnersysteme.
  • In Szenario 2 werden die Stammdaten „auf Vorrat“ am EUDI-Issuer hinterlegt und eine ad-hoc-Kommunikation entfällt.

Das Szenario 2 kann auch als sogenannte „Inversion of Control“ interpretiert werden und ist in gewachsenen IT-Systemlandschaften teilweise mit weniger Aufwand umsetzbar.

Wir beraten Sie bei der Auswahl der passenden Architektur.

Zurückziehen ausgestellter Nachweise vor ihrem definierten Ablaufdatum (Revocation)

Ausgestellte Nachweise haben in der Regel ein definiertes Ablaufdatum. Nach dem Ablaufdatum ist also für die verifizierende Partei sofort ersichtlich, dass ein Nachweis oder eine Urkunde keine Gültigkeit mehr hat. Doch was passiert im Falle einer vorzeitigen Kündigung des Vertragsverhältnisses oder bei Zahlungsverzug?

Die Infrastruktur der EUDI-Wallet erlaubt das Zurückziehen (Revocation) von ausgestellten und gültigen Nachweisen durch eine zentral abrufbare Sperrliste. Mit der POSY-OutputFactory können Sie ausgestellte Nachweise in der Sperrliste pflegen und so die technischen Möglichkeiten der EUDI-Infrastruktur bestmöglich für ihre Geschäftsprozesse nutzen.

Unsere Lösung: Gesicherte Identitäten und verifizierte Personendaten im Antragsprozess

Der mithin weitreichendste Anwendungsfall der EUDI-Wallet ist die Sicherstellung von Identitäten. Daher ist die Ausstellung von „personal identification data“ – kurz PID – auch der erste Anwendungsfall, der von staatlicher Seite umgesetzt wird. Die Überprüfung von Identitäten gehört zu den Basisdiensten, die eine digitalisierte Gesellschaft tragen. Alle weiteren Prozesse und Wertschöpfungen bauen mittelbar auf verifizierte Personendaten auf.

Verifizieren von Identitäten (PID) als „Relying-Party“

Mit dem EUDI-Verifier der POSY-OutputFactory überprüfen Sie Identitäten von Personen in Ihren Antragsprozessen und „Know-your-Customer“-Aktionen (kyc-Aktionen).

Personendaten mit höchster Datenqualität nutzen

Zusätzlich erhalten Sie mit dem EUDI-Verifier Zugriff auf die bereits verifizierten Personendaten. Diese stammen direkt aus der verifizierten PID des Antragsstellers und sind damit absolut zuverlässig. So ist eine 100-prozentige Datenqualität bereits bei Antragsstellung sichergestellt. Ohne Umwege wie Videoident, Postident und Co. Auch das Prinzip der Datensparsamkeit und die Informationspflichten sind gegeben: Nur explizit angeforderte Datenfelder werden nach expliziter Freigabe an den Antragsprozess übergeben.

Fazit

Die POSY-OutputFactory bietet mit dem EUDI-Issuer umfassende Möglichkeiten, um Nachweise an einem zentralen Ort im Output-Management an die Kundschaft auszuliefern und deren Lebenszyklus zu verwalten. Zur vollständigen Abbildung medienbruchfreier Kundenreisen – zum Beispiel im Rahmen von Antragsstrecken oder Vertragsabschlüssen – steht ergänzend der EUDI-Verifier zur Verfügung, wodurch sich komplizierte und kostspielige Lösungen wie Videoident oder Postident erübrigen.

Vom Unternehmensprozess direkt in die EUDI-Wallet

Die Infografik zeigt, wie digitale Nachweise nahtlos aus bestehenden Unternehmensprozessen heraus in die EUDI-Wallet der Kundinnen und Kunden gelangen. Über vertraute Kommunikationskanäle wie Kundenportal, E-Mail oder App wird zunächst ein Angebot für einen digitalen Nachweis bereitgestellt. Nimmt die Kundin oder der Kunde dieses an, erstellt der EUDI-Issuer den Nachweis auf Basis der angebundenen Fachsysteme und standardisierten Schemata und überträgt ihn sicher in die Wallet. So entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess – von der Erstellung bis zur Nutzung des Nachweises.

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